Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit.

( Karate wa gi no tasuke)

So lautet die 3. Regel des Gründers unserer Karate-stilrichtung, an die sich alle Karateka zu halten haben. Neben allen anderen Gründen aus denen man als (meist) junger Mensch mal begonnen hat, sich mit Karate auseinanderzusetzen und in einem hoffentlich guten Dojo (= Karateschule) den Weg dieser Kampfkunst zu erlernen, treten im Laufe der Zeit mit wachsender körperlicher Fähigkeit, immer mehr die Frage nach dem „Warum überhaupt“ in den Vordergrund. In unserer Stilrichtung wurden von unserem Stilgründer dazu wesentliche Kernsätze formuliert, mit deren Beschäftigung der Karateka sich auch mental bzw.  ethisch weiterbilden kann.

Ein (wesentliches) Beispiel hierfür ist eben auch die eingangs erwähnte 3. Regel. In dieser steckt in modernem Deutsch ausgedrückt eigentlich der Aufruf zur modernen bürgerlichen Zivilgesellschaft. Der Einzelne darf eben nicht wegschauen, wenn andere ausgegrenzt, bedroht oder gewalttätig angegriffen werden. Das rechtzeitige Einmischen – und bestimmt nicht immer mit Fäusten – kann eine Eskalation oft schon im Frühstadium unterbinden. Gleichzeitig ist hiermit natürlich auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko für den Eingreifenden verbunden, dessen man sich (vorher) bewusst sein sollte. Überlege ich mir erst in einer Gefahrensituation wie ich mich verhalten will, so kann ich es auch gleich lassen. Die Beschäftigung mit (abstrakten) Gefährdungslagen verhindert nämlich ein effizientes Vorgehen. Dies soll natürlich auch kein Plädoyer für blindwütiges, unüberlegtes und „heldenhaftes“ sich Hineinstürzen in völlig unübersichtliche Situationen darstellen. Was dann?

In einer guten Karateausbildung werden dem Schüler - im Verlauf von Jahren -  ein effektives Repertoire an situativen Einschätzungen und adäquate Reaktionsmechanismen vermittelt, die reflexartig, d.h. ohne durch Nachdenken bedingte Verzögerung abgerufen werden können. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für ein sinnvolles Eingreifen unter Beachtung des Prinzips Eigenschutz. 

Natürlich machen ein paar zusätzliche Karateka in einer Stadt nie eine Polizei überflüssig, aber vielleicht können sie dazu beitragen, dem „schwächeren“ Mitbürger auch wieder eine angstfreiere  Bewegung im öffentlichen Raum zu ermöglichen.

So betrachtet „gewinnen“ durch Karate alle – diejenigen die es betreiben, aber auch alle anderen Mitbürger. 

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Ihr / Euer 

Alexander Mitsanas, 

Trainer der Karateabteilung im PSV

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